Drucken

Herbstmeister. Das ist doch mal was.

Dass am heutigen Spieltag gegen Wittlingen etwas zu reißen wäre, war schon klar, wenn man einen Blick auf den letzten Spieltag warf, an dem der heutige Gegner überraschend gegen Wittnau 3:2 verloren hatte. Entsprechend war die Stimmung verhalten positiv, bevor man den weiten Anfahrtsweg in Angriff nahm.

Vor Ort konnten sich die Mädels dummerweise wegen einer Platzbelegung nur 10 Minuten aufwärmen und so begann das Spiel auch mäßig, brachte aber schnell drei Erkenntnisse: 1) Wittlingen ist nicht so stark wie letztes Jahr. 2) Gutes Passspiel beherrschen sie immer noch. 3) So richtig angefreundet hat sich der SvO noch nicht mit dem Neuner-Feld.

Sehr positiv war aber zu verzeichnen, dass wir die Gegnerinnen schon kurz nach der Mittellinie abfingen und wir auch deutlich die Platzhoheit hatten, leider kamen die letzten Pässe häufig nicht an, weshalb aus der Überlegenheit in der ersten Halbzeit kein Kapital geschlagen werden konnte. Die gegnerische Torhüterin konnte sich ein paar Mal auszeichnen und als sie einmal geschlagen war, rettete der Pfosten das Unentschieden.

Obwohl Wittlingen eher defensiv eingestellt war, bedeutete das nicht, dass sie die Angriffsbemühungen komplett einstellen wollten und so wäre kurz nach Wiederanpfiff fast das 0:1 gefallen: Nach einer Rückgabe von der linken Seite zog eine Spielerin kurz hinter der Mittellinie ab. Niemand rechnete aus dieser Position mit einem Torschuss und so folgten alle gebannt der Flugbahn des Balles, der sich gefährlich in Richtung Dreiangel senkte, dann aber doch nur die Latte touchierte.

Als wäre es der Weckruf gewesen, intensivierten die SvO-Mädels nun ihre Angriffsbemühungen und die Gastgeberinnen konnten sich vor allem bei ihrer Nummer sieben bedanken, die ein ums andere Mal in größter Not den Ball weggrätschte. Doch irgendwann spielte Mira auf der rechten Seite geschickt ihre Gegenspielerinnen aus, steckte nach innen, wo Emily sich durchsetzen konnte und aus spitzem Winkel zum erlösenden 1:0 treffen konnte.

Nun war der Bann gebrochen, schon wenige Minuten später war es wieder Emily, die aus fast identischer Position das 2:0 erzielte. Wittlingens Trainer versuchte vergeblich seine Mädels aufzumuntern, die Kraft war am Ende und allen auf dem Platz war klar, dass das Spiel gelaufen ist. Nach einem abgefangenen Wittlinger Angriff wurde Emily mit einem schönen Pass auf die Reise geschickt, frei vor der Torhüterin schob sie dann den Ball überlegt ins rechte Eck. Lupenreiner Hattrick.

Da Wittlingen nie aufsteckte, hatte Filiz auch noch die Gelegenheit sich auszuzeichnen. Kurz vor Schluss konnte sie einen satten Schuss spektakulär über die Latte lenken – dafür erhielt sie anerkennenden Applaus von der Tribüne und diverse Abklatscher ihrer Vorderleute.

 

Das 3:0 bedeutet den Abschluss einer genialen Hinrunde unserer Mädels. Mit einem Torverhältnis von +32 bei lediglich 6 Gegentoren und 19 Punkten aus sieben Spielen liegen sie sogar vor dem letztjährigen südbadischen Meister SG Ebnet – das ist sensationell! Jetzt geht es erst einmal in die Winterpause, an eisigen Winterabenden können die Mädels von der Meisterschaft träumen, denn „The sky is the limit“.